Von Vögeln und Insekten über Spinnen bis hin zu Bodenlebewesen, alle können nützliche Helfer sein und uns gewisse Arbeiten abnehmen oder erleichtern.
Hier kommt es uns zugute, wenn wir unseren Garten mit den von der Natur vorgegebenen Parametern planen und mit verschiedenen Elementen geschickt erweitern.
Dazu erkläre ich dir in meinem Artikel
„Einen Garten planen: Mit der Natur, nicht gegen sie“ Genaueres.
Beachten wir also verschiedene Aspekte, erleichtern wir uns die Arbeit.
Denn unsere Helferlein verbreiten nicht nur Samen und fressen Ungeziefer,
sie düngen und bestäuben, beseitigen Abfall und produzieren Nährstoffe.
Tiere bilden einen entscheidenden Faktor und einen unersetzlichen Teil im heimischen Ökosystem.
Daher gilt: Locken wir sie an, indem wir ihnen bieten, was sie brauchen,
steigern wir nicht nur die Artenvielfalt, sondern das gesamte System wird stabiler. Krankheiten im System werden weniger und somit steigen Stabilität und Produktivität.
Ohne Tiere (in angemessener Zahl) funktioniert ein Garten also nicht.
Sie regulieren das System, jede Art auf ihre eigene Weise.
Manche bestäuben, verteilen Samen oder düngen, andere zersetzen anfallendes Material wie abgestorbene Pflanzenteile oder tote Tiere und manche halten die Wachstumsraten anderer im Gleichgewicht.
Alles greift ineinander.
Um sie nun anzulocken und ihr Ansiedeln zu fördern, verschaffen wir uns einen Überblick über ihre Bedürfnisse.
Kommen wir diesen nach, schaffen wir Bedingungen, die ihr Ansiedeln begünstigen.
Hierzu untergliedere ich zur besseren Übersicht in Vögel und Insekten.
Vögel
Der schönste Frühlingsbote, der mir jedes Frühjahr wieder das Herz öffnet,
ist der Gesang der Vögel, die nun voller Vorfreude den Beginn des Gartenjahres ankündigen.
Sie sind zwar die meiste Zeit allgegenwärtig, doch leider habe ich den Eindruck, dass sie mittlerweile oft und von vielen Menschen einfach ausgeblendet werden.
Zu sehr überladen durch den Alltag, zu sehr beschäftigt oder abgelenkt,
werden sie einfach überhört.
Im Frühling allerdings; nach dem stillen, kühlen, tristen Winter, aber auch nach einer entschleunigenden und besinnlichen Zeit; wird ein Vogelgezwitscher doch von dem einen oder anderen mit einem Lächeln auf den Lippen wieder wahrgenommen.
Im Laufe des Jahres kann es nun aber vorkommen, dass gerade bei Gärtnern diese Freude abebbt. Denn Vögel können im Garten auch Schaden bringen.
Sie rauben oder scharren im frisch ausgebrachten Saatgut, sie picken Früchte an oder bedienen sich an Beeren und dezimieren so auf unterschiedliche Arten unsere Ernte.
Das ist uns natürlich nicht hilfreich.
Doch warum machen sie das? Sie haben keine Alternativen.
Sie nehmen sich, was vorhanden ist, denn auch sie haben Hunger oder wollen ihre Zöglinge durchbringen.
Wenn wir das verstehen und dort ansetzen und den Gedanken „mit der Natur, nicht gegen sie“ aufgreifen, können wir uns gezielt überlegen wie wir ihnen ein Habitat schaffen können das ihnen nicht nur Unterschlupf bietet, sondern so vielseitig ist, dass sie nicht gezwungen sind, auf unsere Ernte zurückgreifen zu müssen.
Schaffen wir also eine ausgewogene Landschaft (Vielfalt bringt Vielfalt), profitieren wir umso mehr von ihren nützlichen Eigenschaften.
Sie fangen Fluginsekten, jagen blattfressende Raupen und vermindern Unkräuter mit ihrem Scharren.
Im Gegenzug schenken sie uns kleine Mengen Dünger, die wiederum wertvoll für das Bodenleben sind und verbreiten Samen anderer Pflanzenarten.
Diese neuen Pflanzenarten locken neue Insektenarten an, diese neue Vogelarten, diese bringen wiederum andere Samen mit sich, welche wieder neue Insekten anlocken. Ein Kreislauf entsteht und die Vielfalt wird größer.
Setzt du dich einmal in deinen Garten, mit dem Augenmerk auf die Vögel, wirst du feststellen, dass stets ein geschäftiges Treiben herrscht.
Den ganzen Tag sind sie am Sammeln, Jagen, Balzen oder miteinander oder ihrer Umgebung beschäftigt.
Nun stelle dir diesen Ort einmal ohne Vögel vor.
Das wäre ein recht steriler und weitaus lebloserer Ort.
Wie können wir also konkret die Gegebenheiten zu ihren und so auch unseren Gunsten anpassen oder umgestalten, um ein vorteilhafteres Miteinander zu ermöglichen?
Schauen wir aus ökologischer Sicht, lässt sich leicht erkennen, was sie brauchen.
In erster Linie Schutz vor Raubtieren und den Elementen.
Mit dem Pflanzenleben in unserem heimischen Garten kommen auch Insekten verschiedener Arten. Das zieht Vögel natürlich an.
Sie verweilen jedoch nicht lange, haben sie nicht genug Unterschlupf.
Also sollten wir darauf achten bzw. darauf hinarbeiten, das Gelände möglichst vielfältig und abwechslungsreich zu gestalten.
Durch verschiedene „Etagen“, hohe Bäume, darunter Büsche und angrenzend Sträucher, Stauden und Kräuter; so, wie es uns die Natur in sich selbst überlassenen Gebieten vormacht; können wir Vögeln verschiedenster Arten Anflug, Schutz, Brutmöglichkeiten und Nahrung in einem bieten.
Je vielfältiger Formen, Größen und Pflanzensorten des Lebensraumes sind, desto zahlreicher die Arten der Vögel (und auch Insekten), die wir anlocken.
Wichtig ist also zu bedenken, dass die Pflanzen, die wir wählen, eine möglichst große Nutzbandbreite haben.
Das heißt zum einen, dass über das ganze Jahr hinweg ständig Nahrung im Angebot ist. Nicht alle Vögel fressen das Gleiche. Manche spezialisieren sich auf Samen und Nüsse, andere auf Früchte und Beeren oder Insekten. Wieder andere sind nicht so wählerisch und nehmen, was gerade im Angebot ist.
Decken wir also eine große Bandbreite ab; von Gräsern und Kräutern über Sträucher und Bäume bis hin zu Blumen und Stauden; haben wir ein vielseitiges Angebot für potentielle Nahrungssucher.
Und zum anderen entscheidet diese Form- und Strukturgebung in Arten- und Größenvielfalt der Gewächse auch über die Ansiedlung möglichst vieler verschiedener Arten.
Dornen und Rankpflanzen, laubige, uneinsichtige Büsche oder Kronen an verschiedenen Stellen in verschiedenen Höhen … wieder einmal begünstigt Vielfalt Vielfalt.
Insekten
Da in einem funktionierenden Ökosystem; selbst einem Mini-Ökosystem wie deinem Garten; alles miteinander verbunden ist und sich in sich selbst stützt, trifft vieles, was ich gerade über die Vögel berichtet habe, auch auf die Insekten zu.
Die Natur reguliert sich selbst und in solch einem funktionierenden System gibt es kein Ungleichgewicht.
Jeder Schädling hat einen Fressfeind und unterm Strich sind fast alle Insekten entweder hilfreich oder neutral.
Die Probleme durch Schädlinge sind unbewusst oft von uns Menschen gemacht.
Unterschiedliche Faktoren stören das Gleichgewicht der Natur.
Zum einen ist Pestizideinsatz allermeist ein fataler Fehler, der durch unzureichendes Wissen zustande kommt (in meinem Artikel „Unser Holunderbusch“ berichte ich genauer darüber).
Zum anderen tragen wir durch Monokultur und Eintönigkeit zur Bodenausnutzung bei und schwächen somit unsere Pflanzen.
→ bessere Bodenfruchtbarkeit = schädlingsresistentere Pflanzen
→ Verzicht auf Insektizide = Förderung des natürlichen Gleichgewichts und der Schädlingsräuber
Wie also können wir diese Balance fördern und Nützlingen zur Verfügung stellen, was sie benötigen?
Die Ansprüche der Insekten unterscheiden sich nicht von denen der Vögel.
Auch sie benötigen Unterschlupf und Schutz (in Sträuchern, Hecken, Steinhaufen, Mauern, Laub, Mulch oder totem Gestrüpp), Nahrung und die richtigen Bedingungen zur Fortpflanzung.
Da es unterschiedliche Arten von Nützlingen gibt (nicht nur Bestäuber und Räuber, sondern auch Unkrautvernichter), können Pflanzen jeglicher Art behilflich sein, Nahrungsquellen sicherzustellen.
So locken nicht nur Blumen, Wildkräuter und Gewürze mit Nektar und Pollen; übrigens ernähren sich auch viele Raubinsekten in ihren Vorstadien davon;
sondern auch Büsche und Hecken, bewohnt von zahlreicher Beute wie Blattläusen und anderen Schädlingen.
Jaaa … absurd!
Ohne Schädlinge aber auch keine Nützlinge!!
Aber so ist es.
Haben wir keine Schädlinge (und dieser Zustand ist nur sehr unschön und nur vorübergehend herbeizuführen), haben wir auch keine Nützlinge.
Diese sterben aus, die Schädlinge jedoch erholen sich rasch und wir sind ihnen ohne die uns so hilfreichen Insekten schutzlos ausgeliefert.
Insekten sind der Hauptfaden im Webstuhl des Schicksals.
Ohne sie gäbe es kaum Vögel und Säugetiere.
Ohne ihre Hilfe würde keine Frucht wachsen, der Mensch würde verhungern.
Kaum Gemüse, kaum Obst, keine Blumen.
Lediglich eine „Handvoll“ selbstbestäubender Pflanzen würden dieser tristen Einöde kurzzeitig trotzen.
Wildtiere und Bodenlebewesen
Ohne Frage haben auch Bodenlebewesen und Wildtiere neben Vögeln und Insekten eine tragende Rolle im Zusammenspiel des Großen und Ganzen.
Jedoch bin ich davon überzeugt, dass sich beide Parteien hervorragend eingliedern, sollten wir „alle“ nötigen Bedingungen für Vögel und Insekten schaffen.
Denn ihre Ansprüche werden dadurch ebenfalls erfüllt.
Um den Rahmen hier nicht zu sprengen und unnötige Doppelungen zu vermeiden, möchte ich auf diese beiden hier nicht näher eingehen.
